Advent in der Autostadt – Abschlusstour des AMC-Idstein geht nach Wolfsburg

12. Dezember 2018

Die letzte gemeinsame Reise dieses Jahres führte 32 Mitglieder des AMC-Idstein nach Wolfsburg in die Autostadt. Das Jüngste, gerade mal sieben Wochen alt. Der Älteste 76 Jahre. Durchaus schwierig alle zusammenzuhalten! Die ersten stiegen denn auch am Freitag in Frankfurt erstmal in den falschen Zug, da der ICE auf einem anderen Gleis einfuhr. Letztendlich ging aber alles gut. Der Samstag begann sportlich mit einer 20-Minütigen Wanderung entlang der Aller, vorbei an der Volkswagen-Arena, zum „Piazza“ genannten Innenraum der gut 20 Meter hohen, imposanten Empfangshalle der Autostadt. Hier beginnt jeder Gast seinen Besuch der automobilen Themenwelt. Ins Auge fällt sofort Ingo Günthers Installation „Exosphere“. Unterhalb dieses riesigen Globus befindet sich ein weiteres Kunstwerk dieses deutschen Künstlers: das „World Processor Globenfeld“. Die gläserne Bodenplatte ermöglicht den Blick auf fast 80 unterschiedliche, beleuchtete Globen. Eine schöne Basis für das obligatorische Gruppenfoto. Die sich anschließende Übersichtsführung diente der Orientierung in der Autostadt und gab Informationen zur Entstehungsgeschichte. Unter Ferdinand Piech entschied sich der VW-Konzern auf seinem Gelände entlang des Mittellandkanals das weltgrößte automobile Auslieferungslager – eingebettet in einen Erlebnispark – zu realisieren. Damals befanden sich dort Bürogebäude sowie die Kohle- und Öllager des Konzern eigenen Kraftwerks. Es entstand eine Mischung aus diversen Nutzbauten, Hotel, Restaurants, Ausstellungsgebäuden und Kunstobjekten inmitten in einer lieblichen Lagunenlandschaft, die im Rahmen der EXPO 2000 eingeweiht wurde. Wahrzeichen dieses neuen Wolfsburger Stadtteils „Autostadt“ sind zwei 48 Meter hohe, zylindrische Glastürme, die – nachts illuminiert – über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar sind. In jedem finden ca. 400 Autos Platz. Eingerichtet als vollautomatische Hochregallager sorgen sie täglich für die Auslieferung von rund 500 Neuwagen an ihre neuen Besitzer. Einige AMC-ler lassen sich nun wie ein Auto – aber geschützt in einem durchsichtigen Container – durch diese Lager transportieren. Andere testeten, begleitet von einem Instruktor neue Elektroautos. Ganz Mutige erleben Offroadabenteuer mit einem „Tuareg“ auf dem, größtenteils entlang des Mittellandkanals verlaufenden, Geländeparcours. Unglaublich welche Hindernisse dabei zu überwinden waren. Auf und ab, über extreme Schräg- und Steillagen, durch knietiefes Wasser sogar Treppenstufen hinauf wurde gefahren. Natürlich half auch hierbei ein Instruktor dem Fahrer auf dem rechten Weg zu bleiben. Nun wurde es langsam Zeit für ein Päuschen. Der größte Teil der Truppe trudelte einer nach dem anderen im „Tachometer“ ein, denn sie alle wollten die berühmte VW-Currywurst ausprobieren. Ohne Geschmacksverstärker und künstliche Zusatzstoffe aber mit 170 gr. bestem Schweinehack war diese ein interessantes Geschmackserlebnis. Derweil schien draußen die Sonne, ließ die künstliche Winterwelt glitzern. Die Lagunenlandschaft mit ihren vielen Wasserflächen bleibt bis Januar in eine Eislandschaft verwandelt. Die vier Schlote des 1938 erbauten und immer noch betriebenen Kraftwerks werden während der Vorweihnachtszeit rot angestrahlt. Wie riesige Kerzen eines Adventskranzes ragen sie in den Himmel, bilden zusammen mit dem 30 Meter hohen Weihnachtsbaum den romantischen Hintergrund für die Winterwelt der Wolfsburger Autostadt. Fast 6000 m² umfassen die weiten Eisflächen inmitten des Parks. Schlittschuhlaufen über gefrorene Kanäle, unter Brücken hindurch. Drumherum Budenzauber mit Glühwein, Reibekuchen und allem was so zu einem Weihnachtsmarkt gehört. Leider traute sich kein Idsteiner aufs Eis. Der Nachmittag verging schnell mit dem Besuch der acht Markenpavillons, die bereits durch ihre ambitionierte Architektur bestechen. Im „ZeitHaus“ erfreuen „Klassiker der Moderne“ die Besucher. Dank mehr als 260 Fahrzeugen von über 60 Herstellern können Motor-Enthusiasten in der Automobilgeschichte schwelgen, finden Design-Ikonen aus aller Welt. Nur für ein paar Wochen zu sehen ist ein Bugatti Chriron – das schnellste Serienauto der Welt – neben dem 1:1 Nachbau aus LEGO-Steinen. Lediglich in der Geschwindigkeit – max. 20 km/h – ist der von LEGO-Technik-Power angetriebene Wagen dem ikonischen Original unterlegen. Inzwischen war es Dunkel geworden, so manchem brannten auch die Füße. Schön, dass sich auf den Stufen unter dem geschwungenen Dach des Porsche-Pavillons noch Sitzplätze fanden. Mit bestem Blick auf die davor liegende Showfläche ruhten sich die Gäste aus, während sie einer mitreißenden Show internationaler Eistänzer zusah. Der Samstagabend klang dann mit dem Besuch des Weihnachtsmarktes in der nahegelegenen Wolfsburger Innenstadt aus. Leider begann der Sonntag sehr regnerisch. Die einstündige Schiffstour auf dem Mittellandkanal war daher etwas getrübt, doch das tat der allseits guten Laune keinen Abbruch. Während das Schiff ruhig übers Wasser glitt, erfuhren die Gäste noch so manches aus der Geschichte Wolfsburgs und des VW-Werkes. Vorbei ging es an den unter Denkmalschutz stehenden, im Jahr 1938 erbauten Fabrikhallen, deren Vorbild die FORD-Werke in Detroit waren. Zusammen mit moderneren Hallen und Büroflächen bedecken sie heute ein Gebiet von der Fläche Monacos, in dem immerhin 75.000 Menschen arbeiten. Wieder an Land, blieb bis zur Abfahrt des Zuges noch ein bisschen Zeit. Wer wollte konnte nochmal in einen Markenpavillon, Souvenirs kaufen, den Eisläufern zuschauen oder einfach gemütlich Kaffee trinken. Eigentlich sollte es danach ruhig nachhause gehen. Doch anscheinend hatte der AMC-Idstein Erlebnisreisen bei der Bahn gebucht. So konnten sie live erleben was passiert, wenn Bahnstrecken für Stunden gesperrt sind, Züge umgeleitet werden müssen und alles eine große Improvisation ist. Es fing recht harmlos an. Die Anzeigetafel reichte aufgrund der vielen Verspätungen nicht für die Anzeige des gebuchten Zuges. 32 Ohrenpaare lauschten deshalb angestrengt den Ansagen, die immer wieder Anderes durchgaben. Inzwischen war auch die Ursache bekannt: ein Kabelbrand im Stellwerk des Hauptbahnhofes Hannover. Endlich wurde ein Bahnsteig mitgeteilt. Zwei Züge sollten dort fast gleichzeitig ankommen. Bloß nicht in den falschen steigen! Beide Züge kommen – zu einem großen zusammengeschlossen – dann doch auf dem Nachbargleis an. Hektik bricht aus. Wo ist Wagen 17? Schnell irgendwo einsteigen. Hauptsache im IC 1995 nach Stuttgart und nicht im anderen Zug. Dirk kontrolliert, dass keiner auf dem Perron zurückbleibt. Innen laufen alle in die falsche Richtung. 17 ist weiter vorne. Gedrängel durch drei Waggons. Die reservierten Plätze sind nicht als solche gekennzeichnet. Also Tickets zeigen und andere Fahrgäste aufscheuchen. Hauptsache, wir sind drin! Eine halbe Stunde Verspätung geht doch. Dachten alle! Dann Stop and go bis Hannover. Lange Zeit blieb der Zugführer locker, unterrichtete die Fahrgäste launig über Probleme, Streckenänderungen, Alternativrouten und dass es weder einen Speisewagen noch Getränke gibt, da die Übergabe des Verpflegungswagens auch nicht geklappt hatte. Endlich in Göttingen wurde der andere Zug wieder abgekoppelt. Oskar wagte es daher ins Untergeschoss zu sprinten um etwas Proviant im nächstbesten Kiosk aufzunehmen. Bier für die Herren, Wein für die Damen! Kaum wieder im Zug, bewegte sich dieser weiter. Die Idsteiner Truppe lies sich die Laune nicht verderben, teilte die letzten Kekse brüderlich und beratschlagte über zukünftige Reiseziele. Es bewahrheitete sich wieder einmal: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Zu guter Letzt gab es Frankfurter Würstchen in Frankfurts Hauptbahnhof. Leicht müde und mit gut zwei Stunden Verspätung wurde Idstein erreicht.
G. Glessmann

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